SW1-Politik

Ein satirischer Blick auf die OB-Wahl: Die glorreichen Sieben und ein Haufen Zaster

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SCHWEINFURT – Da Sheriff Sebastian Remelé schon bald seinen Stern abgibt, reiten sechs mutige Cowboys und ein entschlossenes Cowgirl ein, um das hochverschuldete Dorf Ixcatlan, hierzulande als Schweinfurt bekannt, vor dem Untergang zu bewahren. Der Posten des Rathaus-Chefs dürfte derzeit allerdings so schön sein wie ein Termin beim Zahnarzt im Wilden Westen, daher fragt man sich woher diese Bewerberflut wohl kommt. Und natürlich fragt man sich: wer kann für Schweinfurt eine echte Bereicherung sein?

Weil die Stadt gerade vor einer Zerreißprobe steht, die selbst einen hartgesottenen Desperado erschüttern würde, hat die Regierung von Unterfranken den Haushalt nur mit der strengen Auflage „Nur Barzahlung! Und räum dein Zimmer auf!“ abgenickt.

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Ist das die Quittung für zigfache Fehlentscheidungen, wie den lässigen, 3,62 Millionen Euro teuren Ausbau des Sachs-Stadions inklusive Rasenheizung, den sogar der Bund der Steuerzahler als Unsinn tituliert hat? Fußball ist in diesem Rathaus-Saloon anscheinend wichtiger als eine gesunde Kasse. Da man das Geld nicht hatte, wurden kurzerhand Schulden gemacht, nur um wenige Tage später die Bremse zu ziehen: Den Bürgern wurde mitgeteilt, dass man die Planschbecken auf den Spielplätzen nicht mehr füllen könne – das sei schlicht zu teuer.

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Und wo steht der FC Schweinfurt 05 heute? Er markiert das Schlusslicht der 3. Liga und wird mit großer Wahrscheinlichkeit absteigen. Die Millionen waren wohl für die Tonne. Auch der am Reißbrett entstandene neue ÖPNV rückte den Stadtrat und Sheriff Remelé negativ in den Fokus, ebenso wie das Desaster um die Gartenschau, das nach Schätzungen eine weitere Million verschlungen hat.

Aber lassen wir das, denn jetzt wird angeblich alles gut. Zum Glück tauchen nun die „Alten Helden“ in neuer Montur als Retter aus dem Staub auf. Sie führen genau die Waffen im Halfter, die es jetzt braucht: plötzliches Wissen, Verstand und echte Bürgernähe, um exakt jene Probleme zu lösen, die sie selbst über Jahre hinweg verursacht haben. Es ist schon kurios, denn manch einer sitzt dort schon seit Jahrzehnten im Sattel und hat viele der Fehlentscheidungen mit zu verantworten.

Also, was haben die Reiter für Patronen im Colt?

Ralf Hofmann (SPD) präsentiert sich auf einer mysteriösen blauen Bank, die doch eigentlich rot sein müsste, um die Genossen zu besänftigen. Vielleicht soll sie ein paar Reiter vom rechten Rand abholen? Wahrscheinlich dachte er aber, dass die Bank ein unbequemes Sitzmöbel ist, das die Härte des angestrebten Amtes perfekt symbolisiert. Vielleicht nimmt er sie auch mit zum Fußball, schließlich war auch er für die Millioneninvestition in die Rasenheizung. Für dieses Geld hätte man dort übrigens rund 18.000 Relax-Sessel mit Getränkehalter für Whisky oder fränkisches Bier aufstellen können. Sein Leitspruch „Weil Schweinfurt mehr kann“ macht nachdenklich: Kann die Stadt mehr mit ihm oder vielleicht doch eher ohne ihn?

Stefan Labus (Freie Wähler) gibt den Alleskönner-Sheriff, der alles rettet, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Er kümmert sich schon lange um vernachlässigte Kinder und seit letztem Jahr um kränkelnde Krankenhäuser, auch wenn diese am eigenen Chaos nicht ganz unschuldig waren. Er hat neben den altbewährten „Bohnen mit Speck“ definitiv noch mehr für unser gebeuteltes Dorf auf der Pfanne. Sicher würde er, wie Chris im weltbekannten Western, sofort auf den Leichenwagen springen, um die Beerdigung der Stadt zu verhindern. „Ich mach’s!“ ist sein dazu passender Wahlspruch.

Frau Dr. Ulrike Schneider (Initiative ZUKUNFT.ÖDP) kämpft im Stadtrat unermüdlich und oft belächelt für den kleinen Bürger, obwohl sie vom alten Sheriff Remelé regelmäßig abgekanzelt wurde. Sie wäre wohl die Einzige gewesen, die den neuen ÖPNV verhindert hätte, doch ihr fehlte im Stadtrat die nötige Macht. Würde sie Sheriff, fielen sicher mehr Entscheidungen im Sinne der Bürger, auch wenn die Kollegen im Stadtrat wohl nur ungern einen Whisky mit ihr trinken würden. Als einziges Cowgirl der glorreichen Sieben würde sie dem ein oder anderen Kollegen sicher mit Freude in den Fuß schießen, wenn er nicht spurt.

Oliver Schulte von der CSU wird in den sozialen Medien als treues Kind von seinen Parteifreunden unterstützt, was ihn für Suchende nach frischen Ideen so spannend macht wie ein Western ohne Schießerei. Er will nun die Probleme lösen, welche die Politik seiner eigenen Truppe größtenteils verursacht hat. Ob man das wirklich erwarten kann?

Von den restlichen Reitern hört man wenig: Holger Laschka (Die Grünen) hat es bereits bei der letzten Wahl als OB-Kandidat versucht. Diesmal gibt er sich ganz seriös und wirkt mit seiner Aussage „Mit Plan und Haltung“ wie ein Buchhalter, der sich aus Versehen in eine Schießerei verirrt hat.

Axel Schöll (FDP) ist nach seinen großen Sprüchen während der Corona-Zeit flüsterleise geworden und hat ebenfalls nichts Neues im Holster. Sein Spruch „Schöll macht’s einfach!“ riecht verdächtig nach Platzpatrone.

Und die AfD? Sie schickt mit Prof. Dr. Thomas Felsner erst in letzter Sekunde einen weitgehend unbekannten Scharfschützen ins Rennen. Getreu dem Motto, dass der Letzte am besten weiß, wie der Hase läuft. Die politische Ausrichtung des Professors an der THWS fanden seine Studenten übrigens „interessant“, da sie davon bisher nichts wussten. Immerhin schaffte es die Stadt mit ihm in die nationale Presse. Die SZ schrieb, dass seine Studenten verblüfft waren, da die Hochschule viele internationale Studenten habe, die nun verunsichert seien und sich fragen, ob seine Parteizugehörigkeit Einfluss darauf hat, wie er sie als Ausländer bewertet.

Am Ende werden wir Schweinfurter wohl wie die kleinen Jungs im berühmten Western weinend am Grab unserer Pigtown stehen, weil es ein riesiges Problem sein dürfte, den Wagen wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Der Appell lautet daher: Sattelt die Pferde und geht wählen! Und wenn man es nicht für die Stadt tut, dann vielleicht für den Lieblingscowboy oder eben das Cowgirl. Schließlich geht es neben der Rettung Schweinfurts auch um einen ordentlichen Beutel voll Zaster: Die rund 10.000 Euro Monatsgehalt für den Posten könnten durchaus ein triftiger Grund für die Bewerberflut sein – und dafür muss man nicht einmal eine Postkutsche überfallen.

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