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Zwei Unterfranken klettern sich in die Bundesliga

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GRAFENRHEINFELD, LKR. SCHWEINFURT – Aus Arbeitskollegen bei der BGZ sind Freunde mit einer gemeinsamen Leidenschaft geworden: Emanuel Schramm und Enrico Diez aus Unterfranken gehören zu den erfolgreichen Bouldersportlern und treten in der Bundesliga an.

Blaue Flecken, Schwielen an den Händen und Kratzer an den Beinen gehören für die beiden Kletterer zum Alltag. Was als gemeinsames Interesse begann, hat sich zu einer großen sportlichen Leidenschaft entwickelt. Die beiden touren regelmäßig durch Kletterhallen in ganz Deutschland und verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: immer schwierigere Routen zu meistern.

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Emanuel Schramm entdeckte das Bouldern durch seinen Bruder. Der 30-Jährige aus Wonfurt hatte zuvor wenig mit Sport zu tun, änderte durch das Klettern jedoch seinen Lebensstil grundlegend. Heute ernährt er sich vegan, engagiert sich für Tier- und Klimaschutz und trainiert mehrmals pro Woche in der Kletterhalle sowie zusätzlich mit Kraftübungen zu Hause. „Das Bouldern hat mein Leben um 180 Grad gedreht“, sagt Schramm.

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Seine Begeisterung für den Sport gab er an seinen Arbeitskollegen Enrico Diez weiter. Die beiden lernten sich 2020 bei der BGZ kennen und arbeiten im Zwischenlager Grafenrheinfeld. Schramm ist dort Leiter vom Dienst, Diez arbeitet als Elektriker. Beim Austausch über das gemeinsame Hobby nahm Schramm seinen Kollegen mit in die Kletterhalle – und auch Diez blieb dabei.

Für den 32-jährigen Bad Kissinger bedeutete das Bouldern ebenfalls eine große Veränderung. Zuvor war er leidenschaftlicher Fußballer, bis eine schwere Verletzung seine sportlichen Ambitionen beendete. Das Klettern half ihm, eine neue Herausforderung zu finden. Diez ist von Geburt an stark schwerhörig und trägt ein Cochlea-Implantat. Beim Bouldern fühlt er sich jedoch gleichberechtigt: Entscheidend sind Konzentration, Technik und die richtige Planung der nächsten Bewegung.

Mittlerweile trainieren beide regelmäßig und haben sich in der deutschen Boulder-Szene etabliert. Schramm startet seit vier Jahren in der Bundesliga, Diez folgte ein Jahr später. Anders als im Fußball können sich Athleten selbst für die Bundesliga anmelden. In mehreren Ligen treten Sportlerinnen und Sportler unterschiedlicher Altersklassen gegeneinander an.

Während einer Saison besuchen die Teilnehmer 13 Kletterhallen in ganz Deutschland, um Punkte für die Wertung zu sammeln. Die beiden Unterfranken reisen dafür unter anderem nach Hamburg, Dortmund, Köln und München. Schramm beendete die Saison 2024/2025 in der zweiten Bundesliga auf Rang zwölf und verpasste nur knapp das große Finale der besten sechs Athleten. In der vergangenen Saison erreichte er in der ersten Bundesliga Platz 85 von 319 Teilnehmern. Diez klettert in der zweiten Bundesliga im oberen Drittel und möchte in der kommenden Saison den Aufstieg schaffen.

Für beide ist neben dem Wettbewerb auch die Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil des Sports. „In der Wand sind wir Einzelkämpfer, aber wir feuern uns untereinander alle an, auch die Konkurrenz“, sagt Diez. Schramm schätzt besonders das Miteinander: Bei Wettkämpfen und Trainingsfahrten sind sie häufig mit mehreren Freunden unterwegs und knüpfen Kontakte zu anderen Kletterern aus ganz Deutschland.

Vor dem Saisonstart im August haben die beiden intensiv trainiert, teilweise fünf bis sechs Tage pro Woche. Unterstützung erhalten sie durch das Firmenfitness-Angebot Wellpass der BGZ, wodurch sie Kletterhallen günstiger oder teilweise kostenlos nutzen können. Für die beiden Athleten ist das eine wichtige Entlastung, da sie ihre Bundesliga-Teilnahmen trotz des hohen Niveaus selbst finanzieren.

Neben dem sportlichen Erfolg profitieren beide auch persönlich vom Bouldern. Schramm nutzt das Training als Ausgleich zum Alltag: Nach einem schwierigen Tag hilft ihm der Sport, den Kopf freizubekommen. Nach mehreren Stunden an der Wand stehen für ihn und Diez nicht nur die körperliche Herausforderung, sondern auch die Freude am gemeinsamen Sport im Mittelpunkt.


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