Schiffsunglück auf dem Main: Fahrgastschiff rammt Brücke bei Knetzgau – Steuerhaus komplett rasiert
KNETZGAU – Ein schwerer Schiffsunfall hat sich am frühen Dienstagmorgen auf dem Main im Landkreis Haßberge ereignet. Ein großes Flusskreuzfahrtschiff mit weit über einhundert Menschen an Bord kollidierte auf Höhe der Schleuse Knetzgau mit einer Fußgängerbrücke. Das komplette Steuerhaus des Schiffes wurde bei dem Aufprall vollständig zerstört. Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten.
Das Fahrgastkabinenschiff war gegen 05:55 Uhr in Fahrtrichtung Bamberg unterwegs, als es im Bereich der Schleusenanlage zu dem folgenschweren Zwischenfall kam. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich neben der Besatzung zahlreiche Passagiere an Bord, die zum Großteil noch schliefen.
Steuerhaus völlig zerstört – Kabine rasiert
Beim Passieren der dortigen Fußgängerbrücke kam es zur folgenschweren Kollision. Der Aufbau des Schiffes war offenbar zu hoch beziehungsweise nicht weit genug abgesenkt worden, sodass das Steuerhaus frontal in das Brückenbauwerk krachte. Die Wucht des Aufpralls demolierte die Kapitänskabine komplett und riss sie regelrecht vom Deck.
Trotz der massiven Zerstörung am Schiff und des Schocks für die Betroffenen hatten alle Insassen großes Glück: Weder die Passagiere noch die Crewmitglieder erlitten körperliche Verletzungen. Die genaue Höhe des entstandenen Sachschadens steht aktuell noch nicht fest, die Wasserschutzpolizei geht jedoch bereits jetzt von einer Summe im mittleren fünfstelligen Bereich (mehrere zehntausend Euro) aus. Ob auch an der Fußgängerbrücke statische Schäden entstanden sind, muss noch detailliert geprüft werden.
Wasserschutzpolizei ermittelt wegen menschlichen Versagens
Unmittelbar nach dem Unfall lief ein größerer Einsatz an, bei dem auch die Wasserschutzpolizei Schweinfurt sowie ein Schifffahrtssachverständiger vor Ort die Arbeit aufnahmen, um den Hergang zu rekonstruieren und die Fahrtauglichkeit des Havaristen zu prüfen.
Die Ermittler haben ein offizielles Verfahren gegen den Schiffsführer eingeleitet. Bei dem Kapitän handelt es sich um einen 71-jährigen Mann mit niederländischer Staatsangehörigkeit. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen vor Ort schließen die Beamten einen technischen Defekt am Schiff weitgehend aus – als Hauptursache für die Kollision wird aktuell von einem menschlichen Fehler des 71-Jährigen ausgegangen.
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