Vom Arbeiter zum Brückenbauer: Die beeindruckende Integrationsgeschichte von Mohamad Almotlak
HASSFURT – Die Geschichte von Mohamad Almotlak ist ein Zeugnis von unerschütterlichem Mut, familiärer Verantwortung und dem festen Willen, nach schweren Schicksalsschlägen neu anzufangen. Heute unterstützt der syrische Familienvater als Alltagsbetreuer beim Landratsamt andere Geflüchtete und ist zu einer wichtigen Säule der Integration im Landkreis geworden.
Als Mohamad Almotlak im Jahr 2018 im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland kam, lag bereits ein Weg voller Entbehrungen hinter ihm. Geboren 1974 in Syrien, war sein frühes Berufsleben von harter körperlicher Arbeit und gesundheitlichen Rückschlägen gezeichnet. Nach einem schweren Arbeitsunfall in einer Plastikfabrik und einer späteren Verletzung durch eine Autobombe während des Krieges, bei der er Teile seines Kiefers verlor, blieb ihm und seiner Familie nur die Flucht.
Überleben und Neuanfang
Nach einer ersten Station in der Türkei, wo Almotlak mit einfachsten Tätigkeiten das Überleben seiner Angehörigen sicherte, bot Deutschland die Chance auf eine dauerhafte Perspektive. Besonders der Wunsch, seinen Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen, trieb ihn an. Der Erfolg gibt ihm heute recht:
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Sein ältester Sohn arbeitet als Jugendbegleiter in einem Kinderheim.
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Der zweite Sohn ist im Sicherheitsdienst tätig.
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Die jüngeren Söhne besuchen erfolgreich die Schule oder Berufsschule.
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Ein fünfter Sohn wurde bereits in Deutschland geboren.
Besonders stolz ist die Familie darauf, dass fast alle Mitglieder inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Seine Frau arbeitet aktuell zielstrebig an ihrem Sprachkurs, um diesen Schritt ebenfalls zu vollenden.
Ehrenamtliches Engagement als Herzensangelegenheit
Für Mohamad Almotlak bedeutet Integration nicht nur, Hilfe zu empfangen, sondern diese aktiv weiterzugeben. Seit 2020 engagiert er sich ehrenamtlich an der Seite der Integrationslotsin Siza Zaby. Ob beim Projekt „Eltern-Talk“, bei Behördengängen oder als Übersetzer – er nutzt seine Erfahrungen, um anderen den Start in der neuen Heimat zu erleichtern.
Auch seine Ehefrau bringt sich aktiv in die Gemeinschaft ein. In der Frauengruppe „Leuchtturm“ eines Zuwanderungszentrums in Haßfurt unterstützt sie andere Frauen bei der Orientierung im Alltag und zeigt Wege zur erfolgreichen Integration auf.
Ein wichtiger Vermittler zwischen den Kulturen
Seit zweieinhalb Jahren hat Mohamad Almotlak seine Berufung auch im Hauptberuf gefunden: Als Alltagsbetreuer für das Landratsamt begleitet er geflüchtete Menschen zu Terminen und hilft bei sprachlichen Barrieren. Trotz seiner eigenen gesundheitlichen Einschränkungen ist er unermüdlich im Einsatz.
Seine Stärke schöpft er aus seiner eigenen Biografie. Er versteht die Ängste und Herausforderungen derer, die bei Null anfangen müssen. Damit ist Mohamad Almotlak weit mehr als ein ehemaliger Geflüchteter – er ist ein unverzichtbarer Brückenbauer zwischen den Kulturen und ein Vorbild für gelungene Integration im Landkreis Haßberge.
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