Ein Diakon für alle Lebenslagen: Norbert Holzheid nach 28 Jahren in Schweinfurt feierlich verabschiedet
SCHWEINFURT – Es war ein Abschied, der die enorme Bandbreite eines außergewöhnlichen Berufslebens widerspiegelte: Bis auf den letzten Platz besetzt war die St. Johanniskirche, als Diakon Norbert Holzheid nach fast drei Jahrzehnten unermüdlichen Dienstes in Schweinfurt offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Neben Weggefährten aus Kirche und Politik prägte vor allem die „Blaulichtfamilie“ das Bild – zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Notfallseelsorge waren dem Anlass entsprechend in Uniform erschienen.
Nach insgesamt 40 Dienstjahren, davon 28 in der Mainstadt, zieht sich ein Mann zurück, dessen Wirken weit über die klassischen Kanzelmauern hinausging.
Seelsorger in den dunkelsten Momenten
In seiner emotionalen Abschiedspredigt stellte Holzheid den aaronitischen Segen in den Mittelpunkt. Gott begleite die Menschen sowohl durch die Höhen als auch durch die Tiefen des Lebens. Gerade die anwesenden Einsatzkräfte wüssten, wie präsent das Leid im Alltag ist. Doch Gott verwandle Dunkelheit in Licht. „Am Ende meines Arbeitslebens bin ich dankbar und froh, dass dieser Segen gesprochen wird“, resümierte der sichtlich gerührte Diakon.
Dekan Oliver Bruckmann zeichnete in seiner Würdigung den beeindruckenden Lebenslauf Holzheids nach. Nach seiner ersten Station im oberfränkischen Michelau wechselte der Diakon am 1. September 1997 nach Schweinfurt-St. Johannis. Fortan war er ein Allrounder im besten Sinne:
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Gemeindearbeit & Verwaltung: Zuletzt führte er die Geschäfte der neu gegründeten Pfarrei Schweinfurt-Stadt.
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Hinter Gittern: Über Jahrzehnte war er als Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) tätig.
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Im Blaulicht-Einsatz: Er engagierte sich stark in der Notfallseelsorge, bei den Johannitern, der Feuerwehr und in der psychosozialen Notfallversorgung.
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Für Senioren: Auch im Seniorenbeirat der Stadt Schweinfurt brachte er seine Expertise ein.
Pionier der bayerischen Vesperkirche
Besonders hob der Dekan das logistische und organisatorische Talent des Geistlichen hervor: „Was Holzheid macht, das klappt – so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Ein Meilenstein seines Schaffens bleibt untrennbar mit dem Jahr 2015 verbunden. Damals organisierte Holzheid die erste Vesperkirche Bayerns und setzte damit ein landesweites Zeichen für gelebte Diakonie und soziale Verantwortung.
Höchste Auszeichnungen zum Abschied
Wie tief der Respekt und die Dankbarkeit in der Region verwurzelt sind, zeigten die anschließenden Grußworte und Ehrungen aus den verschiedenen Institutionen. Als Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz im Krisenmanagement erhielt Holzheid:
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das Helferzeichen in Gold des Technischen Hilfswerks (THW)
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die Notfallseelsorge-Medaille in Gold
Pfarrer Christoph Rupprecht fand treffende Worte für das kollegiale Vermächtnis: „Du warst ein Kollege der Sonderklasse.“ Holzheid selbst blickt demütig zurück: „Ich hab’s gern gemacht. Mein Beruf ist Berufung und wird es auch bleiben.“
Vor den Kirchentüren wartete schließlich ein ganz besonderes Empfangskomitee: Die Rettungshundestaffel stand für den frischgebackenen Ruheständler Spalier und verabschiedete ihn mit lautstarkem Gebell. Bei Bratwurst, Häppchen und Sekt ließen die vielen Gäste den Tag trotz des wechselhaften Wetters gebührend ausklingen.
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