Digitaler Quantensprung: Schonungen erhält 8,5 Millionen Euro Rekordförderung für Glasfaserausbau
SCHONUNGEN – Die Großgemeinde Schonungen steht vor einer digitalen Großoffensive. Insgesamt 8,5 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land fließen in die flächengrößte Kommune des Landkreises Schweinfurt, um das schnelle Internet flächendeckend auszubauen. Mit einer Förderquote von bis zu 90 Prozent wird das Glasfaser- und Mobilfunknetz massiv modernisiert – ein ambitioniertes Milliardenprojekt für die Region, das vor allem ländlichen Ortsteilen und entlegenen Weilern zugutekommt.
Millionenregen für die digitale Infrastruktur
Die gigantische Fördersumme von 8,5 Millionen Euro setzt sich aus zwei großen Tranchen der staatlichen Gigabitrichtlinien zusammen:
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Erste Tranche: 2,5 Millionen Euro (Gigabitrichtlinie 1.0) mit einer Traum-Förderquote von 90 Prozent.
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Zweite Tranche: Weitere 6 Millionen Euro aus der neuen Gigabitrichtlinie 2.0, für die aktuell das Auswahlverfahren läuft.
„Wir nutzen jede noch so erdenkliche Chance und Möglichkeit, um das Breitband- und Mobilfunknetz zu verbessern!“, betont Bürgermeister Stefan Rottmann stolz. Schonungen hat sich bislang erfolgreich um jedes verfügbare Förderprogramm beworben. Erst vor wenigen Monaten floss eine Million Euro über den sogenannten „Höfebonus“, um gezielt Mühlen, Weiler und Aussiedlerhöfe mit Glasfaser auszustatten und so Leerständen im Außenbereich vorzubeugen.
Highspeed-Internet für fast 900 Haushalte
In der aktuell laufenden Ausbaustufe, die gemeinsam auf Ebene der Allianz Schweinfurter OberLand ausgeschrieben wurde, sind die Bagger bereits angerückt (wie hier im Ortsteil Forst). Die nackten Zahlen des Projekts sind beeindruckend:
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93 Kilometer Glasfaserkabel werden im Gemeindegebiet neu verlegt.
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885 Haushalte profitieren direkt von der Maßnahme.
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Bis zu 1.000 Mbit/s (1 Gigabit) Surfgeschwindigkeit stehen den Bürgern künftig zur Verfügung.
Der symbolische Startschuss für die Tiefbauarbeiten fiel am neuen Schulzentrum, wodurch die neue Grundschule sofort an das Highspeed-Netz gekoppelt wurde. Thomas Andreas Hofmann, Kommunalberater der Glasfaser Telekom Technik, verspricht eine bürgerfreundliche Umsetzung: „Wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten vor, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.“ Im nächsten Schritt (Gigabitrichtlinie 2.0) sollen vor allem Löffelsterz, Reichmannshausen und der Rednershof an der Reihe sein.
Homeoffice als Standortfaktor: „Heute ist es nicht mehr entscheidend, wo das Gewerbe betrieben wird, sondern ob schnelles Internet verfügbar ist!“, erklärt Rathauschef Rottmann mit Blick auf die veränderte Arbeitswelt.
Auch Mobilfunknetz wird massiv verdichtet
Parallelen zum Festnetz zieht die Gemeinde auch beim Mobilfunk. Dank der Hartnäckigkeit von Rathaus und Bürgerschaft konnten zuletzt neue Mobilfunkanbindungen in Hausen, Marktsteinach, Löffelsterz und Reichmannhausen realisiert werden. In Reichmannshausen hat neben Vodafone nun auch die Telekom nachgezogen. Ein neuer Standort am Reichelshof verbessert zudem die Netzabdeckung im Talgrund von Mainberg. Ein weiterer Sendemast im Bereich der Deponie Marktsteinach befindet sich in der konkreten Planungsphase, um das Tal im Hainach abzudecken.
Bürgermeister übt scharfe Kritik an Telekom-Konzernen
Trotz der Freude über den warmen Geldregen spart Bürgermeister Stefan Rottmann nicht mit deutlicher Kritik an der aktuellen Vergabepraxis der großen Telekommunikationsunternehmen. Während Konzerne in dicht besiedelten Städten und Ballungsräumen den Breitbandausbau komplett eigenwirtschaftlich – also auf eigene Kosten – vorantreiben, werde der ländliche Raum oft links liegen gelassen.
Für eine Gemeinde wie Schonungen bedeutet dies einen enormen Kraftakt: Um die Fördergelder abzugreifen und den Ausbau zu koordinieren, müssen in der Verwaltung erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen gebunden werden, die an anderer Stelle fehlen.
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