Bürgerwaldtag in Schonungen stieß auf breites Interesse
SCHONUNGEN – Der alljährliche Bürgerwaldtag in Schonungen fand unter großer Beteiligung statt und führte die Naturliebhaber und Waldbesitzer in den Schonunger Wald. Schwerpunkte der diesjährigen Exkursion waren die verheerenden Schäden an der Eiche durch verschiedene Schädlinge sowie die Rolle der Tierarten und die Entwicklung des Waldes nach dem Tornado von 2006. Die Großgemeinde setzt bei der Bewirtschaftung ihres Waldes konsequent auf Nachhaltigkeit und stellt sicher, dass mehr Holz nachwächst, als entnommen wird.
Bürgermeister Stefan Rottmann begrüßte zusammen mit Revierförster Jonas Weigand, Forstdirektor Stephan Thierfelder und dem Team des Forstbetriebs die Teilnehmer.
Schäden an der Eiche und Wertverlust des Holzes
Ein zentrales Thema war das aktuelle Schadgeschehen an der Eiche, die durch Hitze und Trockenheit geschwächt ist. Mehrere Schädlingsinsekten, darunter der Eichenzweipunktprachtkäfer, der Eichen-Splintkäfer und der Blattnasen-Holzrüssler, setzen den Bäumen massiv zu.
Forstdirektor Stephan Thierfelder erläuterte, dass das Hauptproblem der enorme Wertverlust des Holzes sei. Teilweise werde durch die Schäden nur noch 10 bis 20 Prozent des üblichen Erlöses erzielt. Die Insekten waren anhand von Bildern und auch direkt am Holz für die Teilnehmer sichtbar.
Ökosystem Wald und Tierarten
Die Exkursion führte auch in den weitestgehend naturbelassenen Breitschlag bei Waldsachsen, der viele Tothölzer aufweist. Förster Jonas Weigand wies auf die große Zahl an Spechthöhlen hin und erklärte, dass Spechte als „Lebensraumbaumeister“ gelten, da ihre Höhlen von vielen anderen Tierarten als „Nachmieter“ genutzt werden. Er betonte auch, dass Wasserpfützen in Rückegassen, obwohl sie zunächst zerstörerisch wirken, wertvolle Laichstätten für Amphibien seien. Wildtiere wie das Reh- und Schwarzwild profitieren von der heutigen Kulturlandschaft und milderen Wintern. Der Luchs, der als Lauerjäger die Wildpopulationen effektiver regulieren könnte, fehlt nach der Ausrottung von Wolf und Luchs, weshalb heute der Mensch regulierend eingreifen muss.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung im Breitschlag seit dem Tornado im Mai 2006, der hier massive Zerstörungen anrichtete. Forsttechniker Thomas Helmschrott berichtete als Augenzeuge über die damaligen Entwurzelungen, Baumabbrüche und die gefährlichen Aufräumarbeiten. Der Jungbestand stehe mittlerweile gut da und wurde in diesem Jahr erneut vom Forstbetrieb gepflegt.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Schonungen
Die Großgemeinde Schonungen gehört mit 1.200 Hektar Wald zu den größten Waldbesitzern der Region, wobei 90 Prozent der gemeindlichen Wälder aus Laubholzbeständen bestehen. Die Gemeinde legt Wert auf Nachhaltigkeit:
- Das ausgearbeitete Forstoperat ermittelte einen jährlichen Zuwachs im Gemeindewald von 7.900 Festmetern.
- Die politische Zielvorgabe für die jährliche Entnahme liegt bewusst deutlich unter diesem Zuwachs, sodass mehr Holz nachwächst, als dem Wald entzogen wird.
- Der Waldvorrat steigt kontinuierlich an, von 149 Festmeter/Hektar im Jahr 1986 auf 231 Festmeter/Hektar im Jahr 2010. Er soll bis zum Jahr 2030 auf 250 Festmeter/Hektar ansteigen.
- Mit 19 Hektar verfügt die Gemeinde zudem über einen hohen Anteil an Ökoflächen.
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