30 Jahre Verbundenheit: Feuerwehr Grafenrheinfeld feiert emotionales Partnerschaftsjubiläum in Kroatien

GRAFENRHEINFELD / DUGI RAT – Was vor drei Jahrzehnten als humanitäre Hilfsaktion in einer Zeit existenzieller Not begann, hat sich zu einer tiefen, grenzüberschreitenden Freundschaft entwickelt: Eine Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Grafenrheinfeld ist gemeinsam mit Bürgermeister Christian Keller nach Dugi Rat gereist, um mit den kroatischen Kameraden das 30-jährige Bestehen ihrer außergewöhnlichen Partnerschaft zu feiern.
Der Ursprung dieser tiefen Verbindung reicht in das Jahr 1996 zurück. Nach den verheerenden Folgen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien organisierten die Grafenrheinfelder Jugendfeuerwehr und die aktive Wehr eine großangelegte Hilfsaktion. Über 30 Tonnen dringend benötigtes Material im Wert von damals mehr als 200.000 D-Mark wurden gesammelt und von den Unterfranken direkt in die kroatische Region Omiš transportiert.
Ein Empfang wie in einer großen Familie

Dass aus diesem ersten Akt der Solidarität eine lebendige und generationenübergreifende Partnerschaft erwachsen ist, zeigte sich bei der Jubiläumsreise im Juni 2026. Die deutschen Gäste wurden von den Gastgebern um Bürgermeister Tonci Bauk und Feuerwehrpräsident Pavao Tomić nicht in Hotels, sondern in privaten Unterkünften und Ferienwohnungen untergebracht.

„Wir waren nicht einfach Gäste. Wir wurden aufgenommen wie Freunde. Diese Herzlichkeit und Verbundenheit haben uns tief beeindruckt“, betont der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Feuerwehr, Philipp Hümmer.
Auch Grafenrheinfelds Bürgermeister Christian Keller zeigte sich während des Festaktes sichtlich bewegt: „Diese Freundschaft ist aus Mitgefühl, Solidarität und Menschlichkeit entstanden. Dass sie heute – 30 Jahre später – noch so lebendig ist, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.“
Bewegende Momente: Einblicke in die Waldbrandbekämpfung
Das mehrtägige Besuchsprogramm bot den unterfränkischen Brandschützern sowohl offizielle Höhepunkte als auch emotionale Begegnungen:
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Blick hinter die Kulissen: Bei der Besichtigung eines Militärstützpunktes in Zadar erhielten die Grafenrheinfelder Einblicke in die gefährliche Arbeit der kroatischen Feuerwehren, die im Sommer regelmäßig gegen großflächige, verheerende Waldbrände kämpfen müssen. Der stellvertretende Kommandant Sebastian Berlenz zollte den Kollegen höchsten Respekt für diese enormen Belastungen.
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Gedenken am Ehrenmal: In einem stillen und bewegenden Moment legten die Kameraden beider Nationen gemeinsam an einem Ehrenmal ein Gebinden nieder, um der Menschen zu gedenken, die für die Freiheit und Unabhängigkeit Kroatiens ihr Leben ließen.
Eine Freundschaft, die Generationen überdauert
Getragen wird die Partnerschaft von den Menschen auf beiden Seiten. Neben regelmäßigen gegenseitigen Besuchen im Jahresverlauf sind die Feuerwehrleute aus Dugi Rat seit vielen Jahren auch feste und gern gesehene Gäste auf der traditionellen Grafenrheinfelder Kirchweih.
Seitens der Feuerwehr wurde die Delegation maßgeblich von stellvertretendem Kommandant Sebastian Berlenz, dem stellvertretenden Vorsitzenden Philipp Hümmer sowie Ehrenkommandant Winfried Roßhirt begleitet. Letzterer gilt als einer der Gründerväter und hat die Verbindung seit den ersten Stunden im Jahr 1996 unermüdlich gepflegt.
Nach einer Woche intensiven Austauschs stand für die Beteiligten fest, dass diese Verbindung weit über das Niveau einer klassischen, bürokratischen Gemeindepartnerschaft hinausgeht. Oder wie es während der Feierlichkeiten auf dem Balkan immer wieder voller Stolz durch die Hallen rief: „Živjelo prijateljstvo – Es lebe die Freundschaft!“

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