Wie entstehen Angststörungen? – Neue Forschungsergebnisse
WÜRZBURG – Eine im Februar 2026 in Nature Genetics veröffentlichte internationale Studie unter Beteiligung der Universitätsmedizin Würzburg belegt, dass Angsterkrankungen auf einer genetischen Vulnerabilität basieren. Die Analyse von Daten von über 850.000 Teilnehmenden identifizierte 58 genetische Varianten, die neue Einblicke in die biologischen Ursachen dieser Erkrankungen liefern.
Die Ergebnisse zeigen, dass kein einzelnes Gen, sondern ein polygenes Risiko – also das Zusammenwirken vieler kleiner genetischer Beiträge – für die Entstehung von Angstzuständen verantwortlich ist. Dabei wurden starke genetische Überschneidungen mit Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen festgestellt. Neben dem bereits bekannten GABAergen Signalweg im Gehirn liefert die Untersuchung Hinweise auf bisher unbekannte molekulare Prozesse, die für die Forschung an neuen Therapien entscheidend sind.
Obwohl die Identifizierung dieser Signale derzeit nicht für Gentests zur Diagnose genutzt wird, ermöglicht sie ein tieferes Verständnis der Neurobiologie. Die Forschenden hoffen, durch diese Erkenntnisse zukünftig besonders gefährdete Personen frühzeitiger identifizieren und individuellere Behandlungsansätze entwickeln zu können. In Würzburg wird dieser Forschungsschwerpunkt bereits seit zwei Jahrzehnten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit vorangetrieben.
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