Schmerzlich: ZF Schweinfurt führt erneut Arbeitszeitabsenkung ein

SCHWEINFURT – Angesichts der anhaltend herausfordernden Marktbedingungen in der Automobilindustrie führt der ZF-Standort Schweinfurt ab dem 1. September erneut eine temporäre Arbeitszeitverkürzung auf 32,5 Wochenstunden ein. Die Maßnahme, auf die sich die Standortleitung und die Arbeitnehmervertretung geeinigt haben, gilt zunächst bis zum 31. Januar 2026. Sie soll die betriebliche Flexibilität erhöhen und gleichzeitig die Beschäftigung am Standort sichern.
Bereits vom 1. Dezember 2024 bis zum 30. Juni 2025 haben rund 5.500 Mitarbeitende mit einer reduzierten Arbeitszeit zur Kostensenkung beigetragen. Standortleiter Martin Mönig bezeichnete die Arbeitszeitverkürzung als wirkungsvolles Instrument zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen und lobte das große Verständnis und die Solidarität der Belegschaft. Auch Personalleiter Marcus Giek betonte, dass die Maßnahme den gemeinsamen Anspruch unterstreiche, den Standort vorausschauend zu steuern.

Der Betriebsratsvorsitzende Oliver Moll beschreibt die Entscheidung für die Verlängerung als einen tragfähigen Kompromiss zwischen ökonomischer Notwendigkeit und sozialer Verantwortung. Für ihn ist es wichtig, dass die Belastungen fair verteilt werden. Als Beispiel nannte er, dass auch die außertariflichen Mitarbeiter ihren Beitrag durch den Verzicht auf eine anstehende Entgelterhöhung leisten.

Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, werden am Standort Schweinfurt auch Produktionsprozesse neu ausgerichtet und Effizienzpotenziale identifiziert. Zudem führen ZF, Betriebsräte und Gewerkschaft im Rahmen eines Bündnisses Gespräche zur Zukunft der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien, um deren nachhaltige Neuausrichtung zu gestalten.

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