IG BAU fordert „Respekt- und Lohn-Schub“ für Gebäudereiniger in der Region

MAINFRANKEN – Ob in Schulen, Büros oder Altenheimen: Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Hygiene und zum Betrieb der Gesellschaft. Doch während sie für Sauberkeit sorgen, bleibt ihre eigene wirtschaftliche Situation oft trüb. Zum anstehenden „Tag der Gebäudereinigung“ am kommenden Montag, den 15. Juni 2026, schlägt die IG BAU Mainfranken Alarm.
Michael Groha, Vorsitzender der IG BAU Mainfranken, kritisiert scharf: „Wer schrubbt, saugt und den Müll anderer wegräumt, hält alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht Armut im Alter.“
Die Situation vor Ort

Die Zahlen der Arbeitsagentur unterstreichen die Bedeutung der Branche in der Region:

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Schweinfurt (Stadt): rund 1.360 Beschäftigte
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Landkreis Schweinfurt: rund 290 Beschäftigte
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Landkreis Haßberge & Landkreis Rhön-Grabfeld: ebenfalls hohe Relevanz für die dortige Infrastruktur.
In Schweinfurt allein sind 17 Gebäudereinigungsunternehmen ansässig, die sich laut Groha bereits jetzt auf Forderungen nach einem „kräftigen Lohn-Plus“ in der anstehenden Tarifrunde einstellen müssen.
„Ein Armutszeugnis für die Rente“
Groha zeichnet ein düsteres Bild der Altersvorsorge für diese Berufsgruppe. Rein rechnerisch müsste eine in Vollzeit arbeitende Gebäudereinigerin über 70 Jahre lang arbeiten, um eine Rente in Höhe des Durchschnitts zu erreichen. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis“, so Groha.
Die Gewerkschaft warnt davor, dass derartige Lohnunterschiede „sozialer Sprengstoff“ seien und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdeten.
Appell an die Politik
Die IG BAU fordert die regionalen Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD auf, bei der kommenden Rentenreform entschieden gegenzusteuern. Das Ziel müsse sein, dass Menschen, die ein Berufsleben lang körperlich anstrengende Arbeit verrichten, im Alter in Würde leben können.
„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass andere ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, betont Groha. Neben politischem Handeln sei nun eine deutliche Anhebung der Löhne in der Branche das Gebot der Stunde.

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