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Im ersten Halbjahr 107.600 Gäste-Übernachtungen in Schweinfurt

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SCHWEINFURT – Die Zahl der Übernachtungen in Schweinfurt ist im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zum Rekordjahr 2024 deutlich gesunken. Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Unterfranken gab es rund 107.600 Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland, was einem Rückgang von etwa 11,2 Prozent entspricht. Im Gegensatz dazu verzeichnete Bayern insgesamt eine Zunahme der Übernachtungszahlen.

Ibo Ocak, Geschäftsführer der NGG Unterfranken, betonte, dass jeder Besuch in Schweinfurt gut für das Hotel- und Gaststättengewerbe sei, merkte jedoch an, dass die Branche mit hausgemachten Problemen kämpfe.

Kritik an Personalpolitik und Löhnen

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Ocak sieht den Hauptgrund für Umsatzrückgänge in der Gastronomie im Personalmangel. Viele Betriebe hätten ihre Öffnungszeiten stark kürzen müssen, da qualifiziertes Personal fehle. Er kritisiert das Verhalten vieler Arbeitgeber während der Corona-Pandemie und moniert, dass viele Vollzeitkräfte der Branche dauerhaft den Rücken gekehrt hätten.

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Ein zentrales Problem sei die Bezahlung. Ocak zufolge umgehen viele Gastwirte den Tariflohn. Während der Tariflohn für ausgebildete Köche oder Kellner in Bayern aktuell bei 17,85 Euro pro Stunde liege, zahlten viele Betriebe oft nur den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde. In Kombination mit „Open-End-Arbeitszeiten“ mache dies die Gastronomie unattraktiv.

Die NGG kritisiert dabei auch den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern), der mit der sogenannten „Sonder-Mitgliedschaft“ es den Betrieben ermögliche, alle Vorteile der Verbandsmitgliedschaft zu nutzen, ohne an die Tarifverträge gebunden zu sein. Ocak bezeichnet dies als eine Missachtung geltender Tarifverträge, welche die Gastronomie zur Billiglohn-Branche mache.

Forderung nach Investition ins Personal

Die NGG warnt die Gastronomen in Schweinfurt vor dem „gefährlichen Trend“ zu immer mehr Aushilfs- und immer weniger Fachkräften, was zu Lasten der Qualität in Küche und Service gehe. Ocak fordert die Branche auf, ihren Ruf als Profi-Branche zu wahren und dringend etwas gegen „Frust-Dienstpläne“ durch die Einstellung von mehr Personal zu unternehmen.

Mit Blick auf das kommende Steuergeschenk des Bundes (Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie von 19 auf 7 Prozent im Januar) sieht Ocak die Chance für die Schweinfurter Betriebe, in die Mitarbeiter zu investieren und Tariflöhne zu zahlen. Er merkt an, dass dieses Geld, geschätzte 3,6 Milliarden Euro bundesweit, alternativ für den sozialen Wohnungsbau hätte genutzt werden können.


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