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So war der gemeinsame Grenzbegang der Siebener aus Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld


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GRAFENRHEINFELD / BERGRHEINFELD – Regelmäßige Begänge der Gemeindegrenzen durch die Siebener oder Feldgeschworenen finden nicht ohne Grund regelmäßig statt. Im bayerischen Abmarkungsgesetz (AbmG) steht festgeschrieben, dass es Aufgabe der Feldgeschworenen ist, bei der Abmarkung der Grundstücke mitzuwirken.

Eine wichtige Aufgabe der Siebener ist es auch, auf die Erhaltung der Grenzzeichen hinzuwirken und ihren Zustand, besonders an den Gemeindegrenzen zu überwachen. Zu einem Grenzbegang zwischen Grafenrheinfeld und Bergrheinfeld haben sich beide örtliche Siebenergruppen vor kurzem gemeinsam aufgemacht.


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Einmal im Jahr brechen in vielen Gemeinden die Feldgeschworenen zu einer Kontrolle der Grenzsteine auf. Regelmäßig werden die Grenzsteine zu den Gemarkungen der Nachbarkommunen gemeinsam mit dortigen Siebenern“ gesucht, freigelegt und kontrolliert.


Zusammen mit den Siebenern aus Bergrhheinfeld sind die „Rafelder“ Feldgeschworenen die komplette gemeinsame Grenze abgelaufen. Die Grenzsteine werden von den Siebenern mit viel Erfahrung, Karten, Maßband, einem speziellen Metalldorn, Hacke und Schaufel zumeist schnell gefunden. Manchmal dauert es auch länger. Aber die Siebener haben ihre Wege, die teilweise uralten Grenzsteine zu finden.

Wenn die Siebener auf einen Stein stoßen merken sie am Klang mit einer erstaunlichen Trefferquote, ob es ein Grenzstein oder ein anderer Stein ist.

Manchmal dauert es etwas länger. Schließlich wächst sprichwörtlich manchmal sehr schnell „Gras über die Grenzsteine“.

Die Grenzbegänge erfolgen jedes Jahr und werden zwischen den örtlichen Siebenergruppen der Gemeinden abgestimmt.

„Grafenrheinfeld hat eine Gemarkungsgrenze von über 22 km mit Hunderten von Grenzsteinen. Das wäre an einem Tag sicherlich nicht zu schaffen. In diesem Jahr wurde das Teilstück mit der Gemeinde Bergrheinfeld gemeinsam begangen und die Grenzsteine kontrolliert“, erklärt Bürgermeister Christian Keller, der erstmals an einem Grenzbegang teilgenommen hat. „Mit Haken, Drahtbürsten, Metalldornen, Maßbändern und anderen Geräten werden die Grenzsteine von den Siebenern gesucht und anschließend freigelegt. Mit spezieller Farbe gekennzeichnet dürfte man Sie beim nächsten Mal noch leichter finden.“

Dass die Steine aber niemals in Vergessenheit geraten, gibt es die Grenzbegänge. Ein altes aber immernoch modernes und äußerst wichtiges Amt.

Information:

Feldgeschworene sind in Deutschland in Bayern, Rheinland-Pfalz und zum Teil auch in Thüringen aktiv. Es gibt sie seit dem 12. oder 13. Jahrhundert. Somit ist das Amt des Feldgeschworenen eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung. Hauptaufgabe ist die regelmäßige Grenzbegehung. Bei der Abmarkung durch die staatlichen Vermessungsbehörden wirken die Feldgeschworenen mit. Feldgeschworene arbeiten ausschließlich in ihrem lokalen Umfeld und werden auf Lebenszeit vereidet. Zudem sind sie zur Geheimhaltung verpflichtet. Die Grenzsteine werden mit einem sogenannten „Siebenergeheimnis“ vor Fälschung geschützt.

Fotos: Seraphina und Franz Keller
Text: Christian Keller


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